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Cirque du Cercle

Cirque du Cercle ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Sissach BL, welcher zeitgenössische Zirkusartisten mit einem Bezug zur Region Nordwestschweiz unterstützt und fördert. Er lanciert und produziert insbesondere auch selbst Projekte und Produktionen im Genre Nouveau Cirque. Eine eigene Webseite ist in der Entstehung, aber bis es soweit ist, sind hier schon mal ein paar Informationen zu finden.

Facts and Fake News

Recherche

Unter dem Arbeitstitel (Wo)man haben wir im Oktober 2020 und Mai 2021 zwei artistische Residenzen mit der walisischen Artistin Esther Fuge und dem sissacher Artisten Pascal Häring durchgeführt, um Themen, Ideen und künstlerische „Sprache" für eine verstärkte Zusammenarbeit zu entwickeln und testen. Ausgangsthema der Recherche waren Fragestellungen zu Rollen-, Status- und Machtunterschieden zwischen den Geschlechtern: Wie können ungesunde Geschlechterdynamiken auf der Bühne thematisiert und entlarvt werden? Der Prozess hat uns zu einer Reflektion über das Lügen und schliesslich zum unten beschriebenen Thema “Facts and Fake News” geführt, welches uns aufgrund seiner Aktualität sofort faszinierte.

Eine dritte Recherche-Woche ist für den September 2021 geplant. Dann soll das Thema in Zusammenarbeit mit zwei Schweizer Regisseurinnen weiter vertieft werden. Ziel der Recherchephase ist es, die Entwicklung hin zu einer langfristigen künstlerischen Zusammenarbeit der beiden Kunstschaffenden zu ermöglichen und fördern, sowie den Rahmen, die grundlegenden Ideen und Strukturen des geplanten Stücks “Facts and Fake News” zu entwicklen und festzulegen.

Wir bedanken und herzlich bei unseren Partnern und Unterstützern des Recherche-Projekts:

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Einwohnergemeinde Sissach

Bürgergemeinde Sissach

Stückentwicklung

Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung der ersten Produktion von Cirque du Cercle, eines ca. 60-minütigen Bühnenstücks im Stil des Neuen Zirkus. Der Arbeitstitel Facts and Fake News bezieht sich darauf, dass wir die Informationsflut, der wir täglich in den traditionellen und sozialen Medien ausgesetzt sind, thematisieren wollen. Wir leben in einer Zeit, in der es zunehmend schwierig wird, zwischen Wahrem und Erfundenem, Fakten und Lügen zu unterscheiden. Die Anzahl verschiedener Verschwörungstheorien scheint auf einem Allzeithoch zu sein, ebenso die Anzahl selbsternannter Youtube-Expertinnen und Facebook-Meinungsmacherinnen. Dabei ist es einfach, in der eigenen Meinungsblase stecken zu bleiben und die rationale Sicht auf das Grosse und Ganze zu verlieren. Solche Meinungsblasen können sogar zu identitätsstiftenden sozialen Sphären werden, aus denen auszubrechen unheimlich schwierig ist.

Es beschäftigt uns, wie man aus der Informationsflut die relevanten und korrekten Informationen herausfiltern, zwischen Fakt und Fiktion unterscheiden kann, und welche Gefahren die Verbreitung von Lügen und Verschwörungstheorien für unsere Gesellschaft mit sich bringt. Wir sind besorgt, dass Hannah Arendt recht hatte, als sie schrieb : “The ideal subject of totalitarian rule is not the convinced Nazi or the convinced Communist, but people for whom the distinction between fact and fiction (i.e., the reality of experience) and the distinction between true and false (i.e., the standards of thought) no longer exist.” Eine Aussage, die uns heute wieder sehr aktuell und relevant erscheint. Dem wollen wir nachgehen.

Im Winter 2020/21 wird aus diesen Ideen die erste abendfüllende Produktionn von Cirque du Cercle enstehen. Die beiden Artistinnen werden in Zusammenarbeit mit einer noch zu bestimmenden Regisseurin und einer Musikerin ein Nouveau Cirque Stück entwickeln, das ab Frühling 2021 auf Tournee gehen kann.

Die Produktion wird finanziell unterstützt vom Fachausschuss Tanz & Theater BS/BL.

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